Museum im alten Zeughaus
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Projekte

Projekt „Durch die Dörfer“ Auf den Spuren regionaler, kommunaler Infrastruktur

Ein Projekt von Walter Feldbacher und Michael Leitgeb zusammen mit dem Museum im alten Zeughaus, Bad Radkersburg

 

Feldforscher Walter Feldbacher fotografiert das Gemeinschaftskühlhaus in Waasen, Mai 2020. Foto: Michael Leitgeb
Feldforscher Walter Feldbacher fotografiert das Gemeinschaftskühlhaus in Waasen, Mai 2020. Foto: Michael Leitgeb
Kühlhausgucker Michael Leitgeb auf Entdeckungstour, Mai 2020. Foto: Walter Feldbacher
Kühlhausgucker Michael Leitgeb auf Entdeckungstour, Mai 2020. Foto: Walter Feldbacher


Im Zuge der Vorbereitungen für die Steiermark Schau 2021 waren Walter Feldbacher und Michael Leitgeb, beide aus der Region und Mitarbeiter im Museum für Geschichte des Universalmuseums Joanneum, auch auf Tour durch die Dörfer des Unteren Murtals und des südoststeirischen Grabenlandes.

Die Errichtung solcher gemeinschaftlich genutzten Objekte begann, beispielsweise bei Brückenwaagen,  schon in der Zwischenkriegszeit. Ihre Blüte erlebten die ländlichen Genossenschaften und Gemeinschaften dann in den 1950er Jahren: Bei Gemeinschaftskühlhäusern bestand ein großer Fortschritt darin, dass man nun für die Vorratshaltung von Lebensmitteln umfangreicher und besser sorgen konnte.

Dabei fanden sie Interesse an der kommunalen Infrastruktur und begannen diese zu verorten und zu dokumentieren. Gemeinschaftskühlhäuser, Milchsammelstellen, Viehwaagen, Brückenwaagen, Telefonzellen, gemeinschaftliche Getreidetrockenanlagen und Mehrzweckhallen sind heute bereits oft nur noch bauliche Zeugen der (jüngeren) Vergangenheit unserer Lebens- und Arbeitswelt. Viele solcher Einrichtungen wurden abgerissen, aber so manche erfährt heute eine völlig neue Nutzung.

Das Museum im alten Zeughaus versteht sich auch als Ort der Forschung und Kommunikation für die Region rund um Bad Radkersburg und beschäftigt sich seit der Gemeindestrukturreform 2015 intensiv mit der Geschichte der Dörfer der ehemaligen Gemeinde Radkersburg Umgebung. Im Kooperationsprojekt „Durch die Dörfer“ wird nun auch der Blick auf weitere Dörfer, vor allem im ehemaligen Bezirk Radkersburg, geworfen und der Frage nachgegangen, wo es diese infrastrukturellen Einrichtungen noch gibt und wo sich verschwundene einst befunden haben.
Ab 24. Jänner 2022 werden wöchentlich Bilder je einer Einrichtung auf unserer Homepage veröffentlicht.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihr Wissen, Ihre Fotos und Dokumente über dieses Thema mit uns teilen! 

 

Hotspot am frühen Morgen – Milchsammelstelle Jörgen

Was die kommunale Infrastruktur betrifft, hatte Jörgen alles zu bieten. Die Gemeinschaftswaschanlage ist ein Highlight unserer Forschungen, Elfriede Edelsbrunner berichtete. 

Karl Edelsbrunner mit seiner Tochter Monika Pfeiler, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Karl Edelsbrunner mit seiner Tochter Monika Pfeiler, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ

Über 30 Jahre befand sich bei ihrem Haus in Jörgen Nummer 14, besser bekannt unter dem Vulgonamen „Fuxn“, die Milchsammelstelle. Der Ehemann von Elfriede, Karl Edelsbrunner, Landwirt in Pension, weiß deshalb so einiges darüber zu berichten: „So um 1960 gab es in Jörgen zwei Milchsammelstellen, eine beim Fischerauer und eine bei uns. Die Kühe wurden am Abend gemolken, die Milch mit Wasser gekühlt, das war die Abendmilch. Die wurde dann mit der Frühmilch gemischt. Dann wurde sie zur Sammelstelle gebracht. Das war so zwischen sieben und acht. Bei unserem Haus war neben der Straße eine Rampe, dort standen die 40 Liter Kannen. Täglich kamen an die 16 bis 18 Leute. Zuerst wurde von den kleinen Kannen die Milch in die Messkanne geschüttet. Ich habe dann die Menge abgelesen und in meine Liste eingetragen, die ich jeweils für ein Jahr geführt habe. Auf den mitgebrachten Kannen war eine Schleife, auf der ich auch die Menge notiert habe. Zuerst kam der Wagen von der Molkerei Feldbach bis hierher, später musste ich die Milch auf die Hauptstraße führen. Da habe ich mit meinem Motorrad mit Anhänger acht 40 Liter Kannen geführt, also 200 bis 300 Liter Milch. Wir hatten fünf bis sieben Kühe im Stall. Eine Kuh gab zwischen 10 und 15 Liter, das ist wenig wenn, man das mit heute vergleicht. Am Schwoaf leitn, dass sie mehr gibt, hot a nix brocht. Urlaub hat es sehr selten gegeben. Die Kinder haben immer mitgeholfen. 1992 haben wir die letzte Kuh verkauft, bis dahin hatten wir die Sammelstelle. 

Der Milchmessapparat musste jedes Jahr geeicht werden, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Der Milchmessapparat musste jedes Jahr geeicht werden, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Hier befand sich die Rampe an der die Milch gesammelt wurde, Monika Pfeiler half oft mit, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Hier befand sich die Rampe an der die Milch gesammelt wurde, Monika Pfeiler half oft mit, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Karl Edelsbrunner zeigt die Skala und den Schwimmer des Milchmessapparates, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Karl Edelsbrunner zeigt die Skala und den Schwimmer des Milchmessapparates, Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Milchmessapparat mit Skala und Schwimmer. Jörgen, März 2022. Foto MiaZ
Milchmessapparat mit Skala und Schwimmer. Jörgen, März 2022. Foto MiaZ


Text: Beatrix Vreča

 

Milchsammelstelle Laafeld

Marianne Schilletz mit ihrer Tochter Anabel unterwegs in Laafeld, hinter der Eiche rechts im Bild ist die kleine Milchsammelstelle zu sehen, 1978. Foto Privat
Marianne Schilletz mit ihrer Tochter Anabel unterwegs in Laafeld, hinter der Eiche rechts im Bild ist die kleine Milchsammelstelle zu sehen, 1978. Foto Privat

Bereits vor einigen Wochen erzählte uns Walter Feldbacher einiges über die „Hotspots am frühen Morgen“. Die Milchsammelstellen findet man im Vergleich zu den Kühlhäusern heute äußerst selten. 
Zu meiner großen Freude stieß ich im Rahmen meiner Recherchen für die diesjährige Sonderausstellung „Laafeld. Große Weite und unendliche Vielfalt.“ auf eine Fotografie, die die Milchsammelstelle in eben diesem Dorf zeigt. Eher zufällig wurde sie fotografisch festgehalten, als Marianne Schilletz mit ihrer Tochter Anabel auf dem Fahrrad unterwegs abgelichtet wurden. Frau Schilletz hat auch diese interessante Aufnahme zur Verfügung gestellt. Ihre Familie gehörte zu den letzten Bauern in Laafeld, die Milch zur Sammelstelle brachten: "Die schwere 40 Liter Kanne führte ich mit der Scheibtruhe zur Sammelstelle. Bis 7 Uhr in der Früh musste die Milch dort sein, dann kam der LKW, der sie in allen Umgebungsdörfern abholte. Für den reibungslosen Ablauf war Frau Aloisia Fliszar verantwortlich. Sie führte auch die Listen und die Abrechnung."

Auch der Laafelder Wilfried Gombocz, bekannter Drehorgelspieler, erinnert sich an diese kommunale Einrichtung, und beim Gespräch stellte sich heraus, dass nicht nur Wein mit Wasser gestreckt wurde: „Ich war ein kleiner Bub damals, es gab auch hin und wieder Milchkontrolleure bei der Sammelstelle. Das war immer ein Mords-Auflauf, denn manche Menschen haben die Milch mit Wasser verdünnt und das wurde kontrolliert und auch bestraft. Die verdünnte Milch wurde immer ausfindig gemacht und die Betrüger entdeckt. Die ehrlichen Bauern waren darüber sehr froh. Bevor die allgemeine Sammelstelle in den 1950ern eingerichtet worden ist, ist die Milch immer beim Bauern abgeholt worden. Meistens hat meine Mutter mit ihrem Fahrrad die Milch zur Sammelstelle gebracht, sie hat das Rad mit den schweren Kannen geschoben. Dabei war ich nie, denn Ich war ja ein kleiner Bub und musste in die Schule.“

Text: Beatrix Vreča

Tiefkühlgemeinschaft Frutten-Gießelsdorf

So schön wie das Dorf Frutten-Gießelsdorf ist auch das Haus der Tiefkühlgemeinschaft vor Ort. Es ist eines der wenigen Beispiele kommunaler Infrastruktur, das noch in Betrieb ist. Renate Lamprecht, Gitti Gödel und das Ehepaar Hildegard und Franz Seidl haben mir ausführlich von der Geschichte der Einrichtung und ein bisschen mehr erzählt. Brigitte Pachler, örtliche Gastgeberin des bezaubernden „Blütenstöckls“, organisierte dankenswerter Weise unser Treffen im Vorfeld.

Treffen vor der Gemeinschaftskühlanlage, April 2022. Foto MiaZ
Treffen vor der Gemeinschaftskühlanlage, April 2022. Foto MiaZ

Betritt man das Gebäude, so hat man den Eindruck, als wäre es gerade erst jetzt für eine Eröffnungsfeier herausgeputzt worden. Alles ist picobéllo, und im ersten Raum neben der Tür zum Vorkühlraum hängt auch gleich der Reinigungsplan für die Mitglieder, jeder hat seinen Anteil zu leisten. Der Tiefkühlraum ist mit einigen großen und mehreren kleinen Fächern ausgestattet. Die großen Einheiten haben ein Fassungsvermögen von 150 Litern, die kleinen 80 Liter. Als die Kühlschränke und Tiefkühltruhen in den einzelnen Haushalten Einzug hielten, ging die Anzahl der Mitglieder immer mehr zurück, das hatte zur Folge, dass der Tiefkühlraum verkleinert wurde. Auch wenn viele ihre Mitgliedschaft in den vergangenen Jahren auflösten, gibt es nach wie vor große Fans der Kühlanlage. Frau Renate Lamprecht ist einer und schildert sämtliche Vorteile einer Gemeinschaftskühlanlage. Sie schwört auf die perfekte Sicherheit im Kühlhaus: „Es ist so wichtig, dass das Fleisch richtig gut durchgefroren ist und auch so bleibt. Schön ist auch, dass es so viel Platz zum Aufarbeiten des Fleisches gibt. Früher haben ja alle Bauern abgestochen, und hier konnte man alles gut verarbeiten.“ 

Renate Lamprecht inspiziert den Reinigungsplan, April 2022. Foto MiaZ
Renate Lamprecht inspiziert den Reinigungsplan, April 2022. Foto MiaZ
Renate Lamprecht und Gitti Gödel vor den Kühlfächern, April 2022. Foto MiaZ
Renate Lamprecht und Gitti Gödel vor den Kühlfächern, April 2022. Foto MiaZ
Eingang zum Arbeitsraum, April 2022. Foto MiaZ
Eingang zum Arbeitsraum, April 2022. Foto MiaZ
Waschbecken im Arbeitsraum, April 2022. Foto MiaZ
Waschbecken im Arbeitsraum, April 2022. Foto MiaZ


Interessant ist vor allem auch, dass die Kühlanlage direkt an das alte Feuerwehrgebäude angebaut wurde. Der hölzerne Feuerwehrturm ist schon lange abgetragen. 

Das Holzkreuz vor dem Gebäude erinnert an den Bruder von Franz Seidl, der als zehnjähriges Kind an der Fraisen zu Ende des Zweiten Weltkriegs verstarb. Diese Bezeichnung ist ein Sammelbegriff für Kinderkrankheiten mit krampfartigen Anfällen. Sein Leichnam konnte aufgrund der Kriegsereignisse nicht am St. Annarer Friedhof begraben werden, so fand er etwa 10 Jahre vor Inbetriebnahme der Gemeinschaftskühlanlage unweit vom Gebäude seine letzte Ruhestätte. Übrigens stellte der Vater der Brüder Seidl, Alois Seidl, das Grundstück für den Bau der Tiefkühlanlage zur Verfügung. Erster Obmann der Tiefkühlgemeinschaft war Franz List sen., gefolgt von Franz Schuster und Johann Lamprecht. 

Renate Lamprecht, Gitti Gödel, Brigitte Pachler, Hildegard und Franz Seidl vor der Gemeinschaftskühlanlage in Frutten-Gießelsdorf, April 2022. Foto MiaZ
Renate Lamprecht, Gitti Gödel, Brigitte Pachler, Hildegard und Franz Seidl vor der Gemeinschaftskühlanlage in Frutten-Gießelsdorf, April 2022. Foto MiaZ
Holzkreuz vor der Gemeinschaftskühlanlage in Frutten-Gießelsdorf, April 2022. Foto MiaZ
Holzkreuz vor der Gemeinschaftskühlanlage in Frutten-Gießelsdorf, April 2022. Foto MiaZ
Stillleben mit Gießkanne und Stuhl im Gemeinschaftskühlhaus, April 2022. Foto MiaZ
Stillleben mit Gießkanne und Stuhl im Gemeinschaftskühlhaus, April 2022. Foto MiaZ
Tür zum Technikraum, April 2022. Foto MiaZ
Tür zum Technikraum, April 2022. Foto MiaZ
Hinter dem Gemeinschaftskühlhaus residiert ein stolzer Hahn mit seinen Hennen, April 2022. Foto MiaZ
Hinter dem Gemeinschaftskühlhaus residiert ein stolzer Hahn mit seinen Hennen, April 2022. Foto MiaZ


Text: Beatrix Vreča 

 

Die Brückenwaage in der Landwirtschaft

Brückenwaage in Eichfeld, Foto Walter Feldbacher, 2021
Brückenwaage in Eichfeld, Foto Walter Feldbacher, 2021

 

Blick ins "Waaghäusl" der Brückenwaage bei der Haasmühle bei Bierbaum am Auersbach. Foto Michael Leitgeb. 2021
Blick ins "Waaghäusl" der Brückenwaage bei der Haasmühle bei Bierbaum am Auersbach. Foto Michael Leitgeb. 2021
Brückenwaage in St. Peter am Ottersbach, Foto Walter Feldbacher, 2021
Brückenwaage in St. Peter am Ottersbach, Foto Walter Feldbacher, 2021

Die ersten Brückenwaagen unserer Gegend sind bereits in den 1920/30er Jahren als befahrbare, stationäre Bodenwaagen errichtet worden: Dabei handelte es sich einerseits um gemeinschaftlich genutzte öffentliche Anlagen einer Dorfgemeinschaft, mit „Waaghäusl“ und einem in der Nähe wohnenden „Waagmeister“, oder sie befanden sich in Privatbesitz direkt bei Betrieben, wie beispielsweise den Mühlen.

Brückenwaagen dienen dazu, eine Last samt Behältnis (z.B. Anhänger) und Fahrzeug (z.B. LKW oder Traktor) präzise zu wiegen. Sie sind daher in jenen Bereichen gebräuchlich, in welchen große Schüttmengen rasch gehandelt werden, wie etwa in der Landwirtschaft, im Baustoff- oder Schrotthandel.

In der Landwirtschaft gilt es, Gewichte von Feldfrüchten (Saatgut, Tierfutter, etc.) zuverlässig zu erfassen. Heute erfassen Brückenwaagen die Gewichte meist elektronisch, früher waren mechanische oder rein hydraulische Gewichtsbestimmungen üblich. 

Prinzip der Doppelwiegung: Bei der Anlieferung von z.B. Getreide bei einem Landesproduktenhändler oder einer Mühle wird zunächst das Gesamtgewicht des angelieferten Guts inklusive Gewicht des Transportmittels und der Zugmaschine bestimmt. Nach dem Abladen der Feldfrüchte werden das Fahrzeug und der Anhänger ein zweites Mal gewogen („Rückwiegen“). Die Differenz aus beiden Werten ergibt die Menge der angelieferten Waren.


Text: Walter Feldbacher

Tiefkühlgemeinschaft Radkersburg

Das ehemalige Kühlhaus der Radkersburger Tiefkühlgemeinschaft steht versteckt zwischen dem Autohaus Majcan und dem Parkplatz, der sich neben dem Drauchenbach befindet. Das Gebäude ist in einem desolaten Zustand, Teile des Dachstuhls sind eingestürzt. Wenn man die Radkersburger Zeitzeugen nach dieser Einrichtung befragt, dann wird gleichzeitig die „Leinwandbleiche“ am Bach erwähnt. Dort gingen die Kinder baden, während die Mütter die gewaschene Wäsche im glasklaren Bach schwemmten und danach auf langen Wäscheleinen zum Trocknen aufhingen.

Die Initiative für den Bau der Gemeinschaftskühlanlage ging Mitte der 1950er Jahre von der Raiffeisenbank Radkersburg unter Geschäftsführer Karl Amhäuser und Obmann Franz Puntigam aus. Erster Obmann der Tiefkühlgemeinschaft Radkersburg war Johann Markowitsch sen.

Die Raiffeisenkasse Radkersburg in der Langgasse 51 in den 1950er Jahren. MiaZ
Die Raiffeisenkasse Radkersburg in der Langgasse 51 in den 1950er Jahren. MiaZ


Hermann Probst wohnt in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Kühlhaus in der Dr. Kamnikerstrasse und erinnert sich:

„Für das Kühlhaus stellte die Gemeinde Radkersburg den Grund zur Verfügung. Wir bezahlten beim damaligen Geschäftsführer der Raiffeisenkasse, Karl Amhäuser, unsere jährlichen Beiträge. Herr Johann Markowitsch sen. war Obmann der Tiefkühlgemeinschaft. Altneudörfl war am Anfang auch dabei. Immer wenn die Bauern ein Schwein geschlachtet haben, kam das Fleisch ins Kühlhaus. Das Einfrieren war viel Arbeit, dabei war es immer kalt. Das Fleisch kam zuerst in den Vorfroster und danach ins Kühlfach. Unsere Familie hat vier- bis fünfmal im Jahr abgestochen. Wir hatten zwei Kühlfächer, jedes Fach hatte eine Nummer sowie den Schlüssel dazu. Frau Wogrolly, die nebenan wohnte, hatte den Schlüssel für das gesamte Kühlhaus. Am Morgen wurde aufgesperrt und abends wieder geschlossen. Beim Einfrieren traf man immer viele Leute und so wurde getratscht und Neuigkeiten wurden ausgetauscht.“

Marianne Zangger erinnert sich gut an die Zeit, in der das Kühlhaus noch in Betrieb war. März, 2022. Foto MiaZ
Marianne Zangger erinnert sich gut an die Zeit, in der das Kühlhaus noch in Betrieb war. März, 2022. Foto MiaZ
Die Radkersburger Tiefkühlanlage hat schon bessere Zeiten erlebt, März 2022. Foto MiaZ
Die Radkersburger Tiefkühlanlage hat schon bessere Zeiten erlebt, März 2022. Foto MiaZ


Auch die Schwester von Hermann Probst, Marianne Zangger, weiß einiges zu berichten: 

„Wenn wir zu Hause ein Schwein abgestochen haben, wurde offiziell ein Zettel an der neben dem Haus stehenden Linde aufgehängt mit der Aufschrift Ausschrotung, Zeit und Ort wurden auch angegeben und die Leute konnten so Fleisch aus dem Hause Probst erwerben. Der Rest vom Fleisch wurde portioniert und paketiert. Es wurde dann in einem gemieteten Fach des Kühlhauses gelagert.“

Günther Zweidick erinnert sich nicht so gerne an seine Besuche beim Kühlhaus. Seine Eltern hatten auch ein Kühlfach. Er musste als Kind mitkommen und draußen warten. Nachdem die Eltern warme Jacken angezogen hatten, verschwanden sie im Kühlraum. Damit es drinnen kühl bleibt, wurden natürlich alle Türen schnell geschlossen. Er musste aus sicherheitstechnischen Gründen draußen warten. Denn sollte im Fall eine Tür von Innen nicht mehr aufgehen und das Kühlhaus nicht mehr verlassen werden können, dann wären sie erfroren, wenn er nicht rechtzeitig Hilfe geholt hätte oder selbst die Tür aufbrachte. In dieser Zeit des Wartens verspürte er immer die Befürchtung, es könnte etwas Schlimmes passieren.

Hinter diesem Gebäude in der Dr. Kamnikerstrasse versteckt sich die Radkersburger Tiefkühlanlage, Hochwasser, 1971. Foto Bund Radkersburg
Hinter diesem Gebäude in der Dr. Kamnikerstrasse versteckt sich die Radkersburger Tiefkühlanlage, Hochwasser, 1971. Foto Bund Radkersburg
Holztüre mit Werbeaufschrift der Firma Trattner, Detail. Aus dem Innenleben der Tiefkühlanlage Radkersburg, März 2022. Foto MiaZ
Holztüre mit Werbeaufschrift der Firma Trattner, Detail. Aus dem Innenleben der Tiefkühlanlage Radkersburg, März 2022. Foto MiaZ


Interessant ist auch, dass Bewohnerinnen und Bewohner anderer Gemeinden Mitglieder bei der Radkersburger Tiefkühlgemeinschaft waren. Beispielsweise mietete Familie Gomboc aus Zelting, wo es eine solche Einrichtung nicht gab, ein Kühlfach. Seppi Gomboc erzählte uns Folgendes: „Herr Koschar hat bei uns im Dorf abgestochen. Er ging von Haus zu Haus. Das meiste Fleisch wurde dann in Verhackert oder Schmalz eingelegt. In einem Holzbottich im Keller wurde das gelagert. Also zuerst eine Schicht Verhackert, dann eine Schicht Fleisch dann wieder Verhackert usw. usw. Einen kleinen Teil, vor allem Würstl, haben wir im Kühlhaus in Radkersburg eingekühlt. Als Schulbub habe ich das immer am Heimweg abgeholt. Meistens aber nach der Kirche am Sonntag, denn Fleisch war eher selten am Tisch, nur an besonderen Tagen. Wie ich klein war habe ich das Gefrorene zu Fuß nachhause getragen, im geflochtenen Körberl, mein Vater hat ja so schöne gemacht. Das waren so vier Kilometer. Später bin ich dann mit dem Rad gefahren. Ich erinnere mich, dass auch Fächer aufgebrochen wurden und Fleisch gestohlen wurde. Das war immer eine Aufregung!“

Heute ist das Gebäude der ehemaligen Tiefkühlgemeinschaft Radkersburg im Besitz der Stadtgemeinde Bad Radkersburg. Es wäre schön, diesem Häuschen wieder Leben einzuhauchen um es einer neuen Nutzung zuzuführen. Oder warum nicht seiner alten? In Zeiten wie diesen sind gemeinschaftliche Nutzungen von unterschiedlichen Einrichtungen zukunftsweisend. Gleichzeitig sind Orte der Kommunikation für Menschen überlebenswichtig. 

Der Schriftzug Tiefkühlanlage auf der Fassade des Gebäudes ist nur mehr fragmentarisch erhalten, März 2022. Foto MiaZ
Der Schriftzug Tiefkühlanlage auf der Fassade des Gebäudes ist nur mehr fragmentarisch erhalten, März 2022. Foto MiaZ
Kühlfächer in der Radkersburger Tiefkühlanlage, März 2022. Foto MiaZ
Kühlfächer in der Radkersburger Tiefkühlanlage, März 2022. Foto MiaZ


Text: Beatrix Vreca

Viehwaage in Hof bei Straden

Viehwaage in Dorf-Hof in der ehemaligen Gemeinde Hof bei Straden, Marktgemeinde Straden, Foto: Michael Leitgeb, 2021
Viehwaage in Dorf-Hof in der ehemaligen Gemeinde Hof bei Straden, Marktgemeinde Straden, Foto: Michael Leitgeb, 2021

Die 1960 erbaute gemeinschaftliche Viehwaage in Dorf-Hof wird heute freilich nicht mehr genutzt. Früher wurden darin vorwiegend Schweine und Rinder vor dem Verkauf bzw. der Schlachtung gewogen. Wie bei den Brückenwaagen führte diese Aufgabe ein sogenannter "Waagmeister" durch. In unserer Gegend sind wir nur vereinzelt auf solche Viehwaagen, allesamt außer Funktion, gestoßen. Bei unserem Lokalaugenschein in Dorf-Hof trafen wir ob unseres Interesses an diesem "vergessenen" Objekt auf einige verwunderte Dorfleute. Nach anfänglicher Skepsis ergab sich aber ein netter Gedankenaustausch, wie man (die Gemeinde, die Dorfschaft oder ein Verein) das ehemalige Viehwaagenhäuschen vielleicht nutzen könnte. In Anbetracht des heißen Sommertages fiel als erstes ein Ausschank inkl. Eissalon für Einheimische und Radtouristen ein. Wir dürfen gespannt sein.

Übrigens im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg wurde beispielsweise die um 1930 errichtete Viehwaage in Langenbach, ein ähnlicher Satteldachbau wie in Hof, sogar als geschütztes Kulturdenkmal klassifiziert. 

Viehwaage in Dorf-Hof in der ehemaligen Gemeinde Hof bei Straden, Marktgemeinde Straden, Foto: Michael Leitgeb, 2021

 

Text: Walter Feldbacher

Gemeinschaftskühlanlage Goritz

Marianne-Cziglar Benko vor der ehemaligen Gemeinschaftskühlanlage Goritz, 24.3.2022. Foto MiaZ
Marianne-Cziglar Benko vor der ehemaligen Gemeinschaftskühlanlage Goritz, 24.3.2022. Foto MiaZ

Gäbe es für Kühlhäuser erste urkundliche Erwähnungen, wäre als erstes schriftliches Dokument für eine „Tiefkühlanlage“ in Goritz bei Bad Radkersburg eine „Erklärung!“ zu nennen, datiert mit 27. 2. 1958, mit den Beauftragten Bürgermeister Alois Cziglar-Benko und Wilhelm Schittek. Errichtet wurde das Gemeinschaftskühlhaus schließlich 1961. Am 21. April dieses Jahres wurde ein Vertrag zwischen der Gemeinde Goritz und Alois Klöckl unterzeichnet: Er stellte sein Grundstück für die Errichtung des Kühlhauses kostenlos zur Verfügung. 

Marianne Cziglar-Benko, Schwiegertochter des damaligen Bürgermeisters, und der gebürtige Goritzer Walter Hoitsch, erzählen, dass es eines der ersten Kühlhäuser ohne gemeinsamen Kühlraum war. Es enthielt vielmehr eigene Kühlboxen, die für eine Grundbetrag und einen Stromanteil zu mieten waren. Ein Vorkühlraum bot Platz für die Verarbeitung und Verpackung von Frischfleisch. Zudem waren die Innenwände „modern“ isoliert, also mit Styroporplatten verkleidet und mit Teer gestrichen. Walter Hoitsch hat im Sommer 1961 für zwei Monate beim Bau des Gebäudes mitgeholfen und dabei sein erstes eigenes Geld verdient. Später wurde er Bediensteter der Stadtgemeinde Bad Radkersburg und hat als solcher eine unheimlich spannende, erfolgreiche Entwicklung der Stadt Bad Radkersburg miterlebt und mitgestaltet. 

Werbeprospekt der Firma Astra
Werbeprospekt der Firma Astra

Eine letzte Rechnung der Steiermärkischen Elektrizitäts-AG aus dem Jahre 1989 dürfte auch ein Beleg für die letzten kühlen Atemzüge dieser Einrichtung sein. Heute ist das Gebäude im Besitz von Alois Klöckls Nachkommen Karl Heinz Klöckl. Es befinden sich keine Kühlboxen mehr darin, sondern es wird als Lagerraum für seine Autowerkstatt sowie für die Freiwillige Feuerwehr Goritz genutzt.

Rechnung der Firma Fritz Mögle an die Tiefkühlgemeinschaft Goritz, 5. Juli 1961
Rechnung der Firma Fritz Mögle an die Tiefkühlgemeinschaft Goritz, 5. Juli 1961
Niederschrift über die Zurverfügungstellung einer Bauparzelle für die Gemeinschaftskühlanlage in Goritz, 21. April 1961
Niederschrift über die Zurverfügungstellung einer Bauparzelle für die Gemeinschaftskühlanlage in Goritz, 21. April 1961

 

Text: Walter Schaidinger

Second life …? Second life!: Einst war´s das „Kühlhaus“ im Dorf. Heute ist es das Römerzeitliche Museum Ratschendorf – und das vielleicht kleinste archäologische Museum Österreichs

Römermuseum-Ratschendorf, Renovierung 1990
Römermuseum-Ratschendorf, Renovierung 1990
Das „Kühlhaus“, das heute als Römerzeitliches Museum Ratschendorf in einer Geschichte und Kultur vermittelnden Funktion sowohl für die Dorfgemeinschaft als auch für seine Besucherinnen und Besucher „weiterlebt“
Das „Kühlhaus“, das heute als Römerzeitliches Museum Ratschendorf in einer Geschichte und Kultur vermittelnden Funktion sowohl für die Dorfgemeinschaft als auch für seine Besucherinnen und Besucher „weiterlebt“


Die Interessentenliste aus dem Jahr 1958 umfasst 57, die Liste der Mitglieder der Tiefkühlgemeinschaft Ratschendorf 1958/59 schließlich 62 Namen. 1974 wird die Tiefkühlgemeinschaft aufgelöst – aber nicht ganz: „Nach beschlossener Auflösung der Kühlgemeinschaft Ratschendorf, wird beabsichtigt, den Vorkühlraum auch weiterhin in Betrieb zu belassen. Wer für weiterhin interecsiert ist, mitzutun, der muß mit seiner eigenen Unterschrift mit ja oder nein bestätigen.“ (Zit). 1979 schließlich wird die Tiefkühlgemeinschaft Ratschendorf endgültig aufgelöst. 

Die folgenden zehn Jahre verbringt das Objekt „Kühlhaus“ in einem Dornröschenschlaf, bis es schließlich, am 6. Mai 1990, im Rahmen eines Festtages, an dem die gesamte Dorfgemeinschaft mitgestaltet, mitarbeitet und mitfeiert, als – second life! – Römerzeitleiches Museum Ratschendorf wachgeküsst wird.

Das Römerzeitliche Museum Ratschendorf 

Mit der Errichtung des Museums konnte das funktionslos gewordene und leerstehende Kühlhaus der Gemeinde vor dem Abriss bewahrt werden und „lebt“ jetzt in einer neuen wiederum auf die Gemeinschaft der Menschen vor Ort bezogenen Funktion weiter. Das von der Kulturinitiative Ratschendorf und mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung im ehemaligen Kühlhaus der Gemeinde eingerichtete Museum beeindruckt allein schon durch seine architektonische Gestaltung. 

Das Museum besteht aus einem großen bis zum Dachstuhl hin offenen Ausstellungsraum, in dessen Zentrum ein in Originalgröße rekonstruierter und begehbarer (!) Grabhügel aus dem nahe gelegenen Gräberfeld „Hügelstaudach" platziert ist. Er gibt einen Einblick in die in seinem Inneren angelegten insgesamt fünf Bestattungen. Vermutlich war es wohl eine einheimische Familie, die im Laufe des 1. bis 2. Jahrhunderts n. Chr. ihre Verstorbenen beigesetzt hat. Hier finden sich drei Brandschüttungsgräber sowie je ein Brandgrubengrab und eine Brandschüttung in einer, heute freilich nicht mehr erhaltenen, Holzkiste, die mit den typischen Grabbeigaben in Form von „Speiseservices“ ausgestattet sind.

Die Originale der in der Grabhügelrekonstruktion als Repliken postierten Gefäße – Dreifußschalen, Töpfe und Becher – sind in der Doppelvitrine an der nördlichen Schmalwand des Raums zu sehen. Dort ist, rechts neben der Vitrine, auch eine römische Hand(dreh)mühle mit Läufer- und Bodenstein, wie sie zum Mahlen von Getreide verwendet wurde, platziert. Auf Schautafeln werden Informationen zur Landwirtschaft, zur Verbreitung norisch-pannonischer Hügelgräber und zur Tracht der Zeit gegeben. Zusammen mit weiteren, zum Großteil bei den Grabungen der Jahre 1987/88 im „Hügelstaudach“ geborgenen Funden vermitteln sie ein anschauliches Bild vom Leben der einheimischen keltischen Bevölkerung in römischer Zeit. Aufschlussreich sind die Informationen zu archäologischen „Hilfswissenschaften“ wie Anthropologie und Dendrochronologie. 

Ein kleines Museum als Ausgangspunkt vielfältiger musealer Vernetzung und Zusammenarbeit

Blick in das Museum, im Vordergrund der rekonstruierte Grabhügel mit seinen fünf Bestattungen
Blick in das Museum, im Vordergrund der rekonstruierte Grabhügel mit seinen fünf Bestattungen
Mitglieder der Arge Museen, Sammlungen, Archäologie im Steirischen Vulkanland besuchen das Museum
Mitglieder der Arge Museen, Sammlungen, Archäologie im Steirischen Vulkanland besuchen das Museum


Wie schon sein Name verrät, legt das Römerzeitliche Museum Ratschendorf den Fokus auf die „Römerzeit“, also den Zeitraum von kurz vor der Zeitenwende bis etwa 400 n. Chr. Es wurde, ebenso wie das Hallstattzeitliche Museum Großklein, im Rahmen des Begleitprogramms der steirischen Landesausstellung 1990 gegründet und gleichzeitig mit diesem eröffnet. Das Gemeinsame, auf das im Zuge des vernetzten Programms der Landesausstellung besonderer Wert gelegt worden war, erwies sich auch als wichtiger Aspekt zukünftiger gemeinsamer Aktivitäten: Das kleine Ratschendorfer Museum, das ehrenamtlich geleitet und geführt wird, ist seit seiner Gründung Ausgangs- und Kristallisationspunkt vielfacher Zusammenarbeit zwischen Museen und Sammlungen. Das Museum ist Gründungsmitglied von Museumsverbänden und Arbeitsgruppen und gilt heute als geschätzter Partner und Vermittler in einem über den regionalen Bereich hinausgehenden Kontext.

Ein „ausgezeichnetes“ Museum

Das Römerzeitliche Museum Ratschendorf wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit der „Geramb-Medaille für gutes Bauen“, der „Erzherzog-Johann-Medaille“ und der „Ehrenmedaille der Republik Österreich für besondere Verdienste um den Denkmalschutz“. 2007 wurde der vom Museum initiierten ArGe Museen und Sammlungen im Steirischen Vulkanland der Titel „Beste Volkskulturinitiative der Steiermark“ verliehen und 2012 das ebenfalls vom Museum ausgehende Projekt Archäologie im Steirischen Vulkanland mit dem „Anerkennungspreis zum Erna-Diez-Preis“ der Historischen Landeskommission für Steiermark ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen sowie das anhaltende Interesse der Besucherinnen und Besucher des vor nunmehr 30 Jahren errichteten Museums bezeugen, dass mit der kompromisslosen Umsetzung der mit der Errichtung des Museums verbundenen sozialen, architektonischen, künstlerischen, didaktischen und nicht zuletzt den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichteten Standpunkte und Zielsetzungen ein guter Weg eingeschlagen wurde. 

Funde aus dem im Museum rekonstruierten Tumulus: 2 Töpfe, eine Dreifußschale, ein Faltenbecher, Schalen und Näpfe, alle 2. Jh. n. Chr.
Funde aus dem im Museum rekonstruierten Tumulus: 2 Töpfe, eine Dreifußschale, ein Faltenbecher, Schalen und Näpfe, alle 2. Jh. n. Chr.
Dreifußschale mit Deckel aus dem im Museum rekonstruierten Tumulus, 2. Jh. n. Chr.
Dreifußschale mit Deckel aus dem im Museum rekonstruierten Tumulus, 2. Jh. n. Chr.
Glasschüssel aus dem im Museum rekonstruierten Tumulus, 2. Jh. n. Chr.
Glasschüssel aus dem im Museum rekonstruierten Tumulus, 2. Jh. n. Chr.


Ausblick

Bereits 2020 hätte das Museum sein 30-jähriges Bestandjubiläum feiern sollen. Verschiedene Umstände ließen das jedoch nicht zu. Es ist beabsichtigt, dieses Fest im Jahr 2023 zum 33-jährigen Bestehens des Museums nachzuholen. Bis dahin ist einiges in Planung: So sind nach 32 Jahren sanierende Maßnahmen am Museumsbau an sich vorzunehmen. Dabei wird zu beachten sein, dass das Museum sowohl in seiner architektonischen Gestaltung als auch in der Gestaltung seiner Einrichtung im Sinne des Funktionalismus konzipiert ist. „Form follows function“ war die Leitlinie, anhand der Architekt Dietrich Ecker zusammen mit dem Autor dieses Beitrags das Museum geplant hatte. Da der Museumsraum nur 55 m² umfasst, können hier keine Sonderausstellungen gezeigt werden. Dennoch sollen bis 2023 einige Änderungen vorgenommen werden, die natürlich den Grundsätzen des ursprünglichen Konzeptes, soweit es die architektonische Ausgestaltung des Museums betrifft, entsprechen müssen. 

Das Museum als Initiator und Träger regionaler Forschung

Darüber hinaus fördert das Museum die regionale archäologische Forschung. So konnte z. B. vor Kurzem, nach einer Meldung zweier archäologisch interessierter Ratschendorfer, von der Abteilung Archäologie und Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum ein römischer „Münzschatz“ ‒ 50 wohl in einer existenziellen Notlage in einem Topf verborgene Münzen ‒ geborgen werden. Die im Rahmen der Grabung entdeckten Bereiche mit verziegeltem Lehm und Holzkohle weisen darauf hin, dass hier möglicherweise auch der Randbereich der seit Langem gesuchten, zum Hügelgräberfeld gehörenden Siedlung gefunden wurde. Seit nunmehr 25 Jahren werden Teile des Wäldchens, in dem sich noch 34 mehr und weniger gut sichtbare Hügelgräber erhalten haben, gepflegt und für 2023 ist hier die Einrichtung einer „Außenstelle“ des Museums geplant. 

Schülerinnen und Schüler mit den vom Museum zur Verfügung gestellten Arbeitsheften im Museum
Schülerinnen und Schüler mit den vom Museum zur Verfügung gestellten Arbeitsheften im Museum
Die am Sommercamp des Römerzeitlichen Museums Ratschendorf teilnehmenden Kinder besuchen das Museum und eine Grabung im „Hügelstaudach“.
Die am Sommercamp des Römerzeitlichen Museums Ratschendorf teilnehmenden
Kinder besuchen das Museum und eine Grabung im „Hügelstaudach“.

"Fußnote"

Das Zitat und die Informationen zum ersten Absatz dieses Beitrags stammen aus einem kleinen Konvolut von Rechnungen, Mitgliederlisten und Protokollen zur Tiefkühlgemeinschaft Ratschendorf aus dem Archiv Franz-Josef Schober, Ratschendorf.
Weitere Informationen: www.roemermuseum-ratschendorf.at 

© alle Fotos und Texte: Heinz Kranzelbinder

„Die Entsorgung war dann recht kostspielig“ - ehemalige Tiefkühlanlage in Bierbaum am Auersbach

Gemischtwarenhandlung Harb in Bierbaum am Auersbach mit Eingang zur Kühlanlage linksseitig, 1970er Jahre, Foto: Franz Harb

Der Kaufmann Franz Harb sen. stellte 1956 im Sinne der Bevölkerung von Bierbaum, Aug, Trössing und Perbersdorf bei St. Peter am Ottersbach beim Bau seines neuen Geschäftshauses Räumlichkeiten für eine öffentliche Kühlanlage unentgeltlich zur Verfügung. Er erhoffte sich dadurch eine höhere Kundenfrequenz für seine Gemischtwarenhandlung, in welcher Lebensmittel, Textilien, Papierwaren, Farben und Lacke, Eisenwaren und Leder verkauft wurden. Auch der Tauschhandel florierte: Vor allem Eier, „Sauhäute“, Kürbiskerne, Pilze und Heidelbeeren wurden von den Leuten gebracht und gegen Bares umgerechnet. Kürbiskerne wurden meist gleich gegen Kernöl getauscht. Franz Harb sen. war unter anderem auch Vizebürgermeister der damaligen Gemeinde, Obmann des Fatima-Kapellen-Vereins und Gründer des Bierbaumer Gesangsvereines.

Tatsächlich verbanden in den ersten Jahren viele Leute ihren „Kühlhausgang“ mit einem Einkauf beim Harb. Doch als die Kühltruhen und Eisschränke Mitte der 1960er Jahre auch für immer mehr Privathaushalte leistbar wurden, gingen die „Kastlmieteinnahmen“ stetig zurück.  

Am Ende war es sogar ein Defizitgeschäft, da der Kaufmann Harb die Rechnungen immer pünktlich vorauszahlen musste, und die Kunden mit den Fachmieten immer säumiger wurden. Dazu kam es auch immer wieder zu Einbrüchen, sprich zu gewaltsamen Öffnungen der „Kühlkastln“.

Ein Rückgang der Teilnehmer sowie steigende Betriebs- und Erhaltungskosten läuteten letztendlich die Schließung der Anlage ein.

Da der Neubau einst mit wertvollen Rohstoffen, wie echten Naturkorkgranulatplatten mit Bitumen gebunden, isoliert worden war, erwies sich auch der Rückbau bzw. die Entsorgung als äußerst kostspielig. Der Schutt musste nämlich nach Wien zur Sondermüllentsorgung gebracht werden.

Heute sind die Räumlichkeiten der Tiefkühlanlage in eine bestehende Arztpraxis integriert. Die technische Anlage hat Franz Harb jun. der „Festhallengemeinschaft Bierbaum am Auersbach“ geschenkt. Seit ca. 2019 gibt es auch dort eine neue Kühlanlage, die alten Aggregate wurden von der Lieferfirma entsorgt.

Gemischtwarenhandlung Harb in Bierbaum am Auersbach um 1960, Foto: Franz Harb
Ehem. Gemischtwarenhandlung Harb in Bierbaum am Auersbach: Der Eingang zur Tiefkühlanlage befand sich dort, wo die Mülltonnen stehen; undatiert, Foto: Franz Harb
Grundriss der ehemaligen Tiefkühlanlage Bierbaum am Auersbach, Skizze Franz Harb, 2022

Gemeinschaftsobstpresse in Pfarrsdorf

Pestkreuzweihe in Pfarrsdorf am 15. August 1982, im Hintergrund die Gemeinschaftsobstpresse, Foto privat

In Pfarrsdorf findet sich ein interessantes Gebäude, das auf den ersten Blick nicht verrät, zu welchem Zweck es errichtet wurde. Gut sichtbar ist eine Sirene auf dem Dach. Zum Glück wissen die alt eingesessenen Bewohnerinnen und Bewohner Bescheid: Es handelt sich um die Gemeinschaftsobstpresse, die noch vor gut zehn Jahren in Betrieb war. Damals dauerte die Apfelsaison circa 4 bis 5 Wochen, gepresst wurde einmal die Woche etwa für einen halben Tag. Der gebürtige Pfarrsdorfer Josef Hammler kann sich allerdings an Zeiten erinnern, wo es einen so großen Andrang gab, dass es sich vor dem Presshaus staute. Außerdem dauerte die Apfelsaison früher wesentlich länger. Die Sortenvielfalt mit „frühen“ und „späten“ Äpfeln brachte eine Apfelernte, die Mitte September begann und erst Anfang November endete.
Im Gebäude befinden sich heute noch die mit einem Motor betriebene Obstpresse mit allen dazugehörigen Utensilien, aber auch andere Geräte wie etwa ein Traktoranhänger oder eine Mischmaschine. 

Josef Hammler vor der ehemaigen Gemeinschaftsobstpresse in Pfarrsdorf, März 2022, Foto MiaZ
Josef Hammler öffnet uns die Tore zur Gemeinschaftsobstpresse, Frühjahr 2022, Foto MiaZ
Ein echter Apfel aus Bad Radkersburg, Herbst 2021, Foto MiaZ
Pfarrsdorfer Obstpresse, März 2022, Foto MiaZ


Der Dorfälteste und ehemalige Gemeinderat Karl Engel weiß über diese Einrichtung sowie über alle möglichen Geräte, die sich im kommunalen Besitz befanden einiges zu berichten: Im Pfarrsdorfer Gemeindebesitz waren eine tragbare Rückenspritze, die später gegen eine fahrbare Schubkarrenspritze zur Insektenschädlingsbekämpfung ausgetauscht wurde, eine radangetriebene Feldspritze, die 1950 angekauft wurde sowie eine Mitte der 1960er Jahre angeschaffte aufsattelbare Traktorspritze. Neben einem Kunstdüngerstreuer wurde auch eine Mischmaschine mit zwei Scheibtruhen erstanden.

Für all diese Geräte wurde Anfang 1960 der Bau einer eigenen Gerätehütte in Angriff genommen und dazu eine Obstpresse installiert. Mit der Gemeindezusammenlegung 1969 ging der Gemeinschaftsbesitz an die neu entstandene Gemeinde Radkersburg Umgebung über, seit der Gemeindestrukturreform 2015 ist das Gebäude mitsamt seiner Einrichtung im Besitz der Stadtgemeinde Bad Radkersburg.

Nun stellt sich noch die Frage was es mit der Sirene am Dach des Hauses auf sich hat: Diese ist mit der Feuerwehrsirene der Freiwilligen Feuerwehr Altneudörfl zusammengeschlossen und beide schlagen gleichzeitig Alarm. Altneudörfl und Pfarrsdorf haben gemeinsam eine Feuerwehr. Aber das ist eine andere Geschichte.

Blechwanne in der Pfarrsdorfer Obstpresse, Foto MiaZ
Mischmaschine in der Pfarrsdorfer Obstpresse, Foto MiaZ
Holzfass in der Pfarrsdorfer Obstpresse, Foto MiaZ
Stoffnetz in der Pfarrsdorfer Obstpresse, Foto MiaZ


Quellen: Mündliche Mitteilungen von Karl Engel, Josef Hammler und Adolf Zsilawecz



Tiefkühlgemeinschaft Dietersdorf am Gnasbach

Blick von Oben auf das Objekt, Foto Kurzweil, Februar 2022

Bis 1956 gab es in Dietersdorf keine Möglichkeit das Fleisch zu kühlen oder zu gefrieren. Frischfleisch gab es nur in den kalten Jahreszeiten, wo „abgestochen“ wurde. Damals wurde eifrig mit den Nachbarn Fleisch ausgetauscht, damit mehrere Familien über einen längeren Zeitraum zum begehrten Schnitzel kamen. Im Sommer gab es „Gselchtes“ und „Eingelegtes“ (Fleisch). Ab August gab es auch die begehrten Back- und Brathendln. Diese Speisen gab es wohlgemerkt nur Sonntags. 

Bereits 1956 wurde beim Bau des Kaufhauses HAAS mitgedacht und eine GEMEINSCHAFTSKÜHLANLAGE im Kellergeschoß dieses Hauses mitgeplant. 

Die Inbetriebnahme fand im Jänner 1957 statt, noch heute existiert diese Einrichtung. Die KALTRAUMANLAGE umfasst einen Arbeitsraum, einen Vorkühlraum (+4°), einen Maschinenraum sowie einen Tiefkühlraum (-18°). Im Arbeitsraum hängen Mäntel bereit, damit man sich bei -18° keine Erkältung zuzieht.

Eingangsbereich im Kühlraum, Foto Kurzweil, Februar 2022
Mäntel im Warmraum, Foto Kurzweil, Februar 2022
Tiefkühlraum in Diersdorf am Gnasbach, Foto Kurzweil, Februar 2022


Die Landwirte NR a.D. Franz KUMMER als Obmann, August MODER als Kassier und Franz HÖDL als Berater machten sich um den Bau, vor allem um das Zustandekommen der Anlage besonders verdient.
Die Baukosten betrugen 160.000.- Schilling, 130.000.- Schilling erhielt die Firma Frigidaire aus Graz für die Maschinenanlage und Installation, die Tischlerarbeiten kosteten 13.000.- Schilling und schließlich benötigte man 17.000,- Schilling für sonstige Ausgaben.

Am 29. September 1957 wurde die Anlage mit 60 ganzen und 24 halben Fächern feierlich eingeweiht. 

Ab 1980 hatten fast alle Dietersdorfer Haushalte schon Kühlschränke und Tiefkühltruhen, die Mitglieder der Gemeinschaft wurden immer weniger. 

2014 wurde der Tiefkühlraum verkleinert, im Jahr 2021 nutzen noch 40 Mitglieder diese Einrichtung. Vor allem der Vorkühlraum und der Aufarbeitungsraum werden noch heute gerne benutzt. Neben dem Fleisch kann auch Gemüse für den Winter eingefroren werden und bei Abholung in der Tiefkühlanlage kann ein kleiner Einkauf im obigen Geschäft getätigt werden.

Die Elektroanlage aus der Entstehungszeit ist ausser Berieb, Foto Kurzweil, Februar 2022
Firmentafel Frigidaire, Foto Kurzweil, Februar 2022

 

Text und Fotos: Kurzweil Johann, Fotomuseum analog & digital in Dietersdorf a. G

Öffentliche Fernsprechstelle Hummersdorf

Im Innenhof des Museums im alten Zeughaus ist die ehemalige öffentliche Fernsprechstelle der Gemeinde Hummersdorf zu sehen. Diese befand sich ursprünglich im Vorraum des Hauses Nr. 4. und wurde Mitte der 1960er Jahre installiert. Die dafür notwendige Herstellung von Trassen mit Masten und Drähten wurde von der Post, vom Land Steiermark und von der Gemeinde selbst finanziert. Der Anteil der Gemeinde konnte durch „Robotdienste“ abgearbeitet werden. Die Rufnummer lautete: Radkersburg, Hummersdorf 280. Andreas Puntigam ist in dem Haus aufgewachsen, wo sich einst die für das Dorf so wichtige infrastrukturelle Einrichtung befand:

Mit dieser Telefonzelle verbindet Andreas Puntigam viele Erinnerungen. Foto MiaZ, Februar 2022
Das Haus in Hummersdorf, in welchem sich die öffentliche Sprechstelle befand. Foto MiaZ, Jänner 2022

 

„Oberhalb der Eingangstür gab es eine riesen Glocke, die man im ganzen Dorf gehört hat, das war aber nicht die Glocke des Hauses, sondern die Glocke der Telefonzelle. Denn wenn diese Glocke geläutet hat, dann hat es für die Großeltern, den Onkel oder mich geheißen: so schnell wie möglich in den Vorraum, in die Holzzelle, Apparat abnehmen und hören, was gibt es Neues, wer ist zu verständigen, wo will jemand einen Mitbewohner von Hummersdorf erreichen. Dementsprechend dann kleine Notizen machen, und eigentlich den Botendienst, rauf aufs Radl, hin zum betreffenden Nachbarn. 

Wenn jemand telefonieren wollte, musste er die  Zelle in unserem Haus aufsuchen, für ganz Hummersdorf gab es eine Telefonzelle, die sich aber nicht irgendwo an der Straße befunden hat, daher keine Sorge wegen Randalieren, Vandalismus, sondern im Hause Hummersdorf 4, im Vorraum, schön verpackt in einer Holzzelle. Die Zelle war gut isoliert, weil die Gespräche waren natürlich nicht immer für alle Ohren gedacht. Die Gebühren wurden auch da abgerechnet, weil Telefonieren kostet immer schon was. Es gab so ein schönes Kasterl, das war für mich in der Volksschulzeit natürlich eine Herausforderung: Das, was da oben auf der dem Telefon angehängten Zeitanzeige stand, danach anhand der Tabelle, die man unten rausziehen konnte, umzurechnen auf die Schillinge, die zu bezahlen waren, das Geld einzunehmen, zu wechseln, also immer wieder einmal eine kleine Aufregung für einen kleinen Buben.
Natürlich waren die Telefonate nicht immer nur tagsüber, sondern auch abends. Das Geräusch war eigentlich so normal wie für jemanden, der neben der Bahnstrecke wohnt und den Zug vorbeifahren hört. Kann man sich heute eigentlich gar nicht mehr vorstellen, weil wenn irgendwo ein Lärmpegel ist, gibt es schon große Aufregung und man ist schon total konfus und gestört, dass da einmal im Dorf irgendwann in der Nacht einmal eine Glocke läutet, die sämtliche Nachbarn auch hören, ja, das war einfach so.

Telefonapparat im Inneren der Telefonzelle. Foto MiaZ, Februar 2022
Schalter zum Umschalten zwischen Innen- und Außenglocke. Foto MiaZ, Februar 2022


Natürlich war dann schon immer ein bisschen die Frage, ist jetzt was passiert, ist was Aufregendes, oder eh nur eine normale Information, dass irgendwo halt der Tierarzt vorbeikommt und wieder den Stall besucht, oder eigentlich Banalitäten. Ich finde auch, dass diese Sensationsgier, die es heute gibt, damals einfach nicht vorhanden war. Wenn die Glocke geläutet hat, ist man davon ausgegangen, dass wer abhebt, wenn nicht, bist halt hingekommen, hast bei der Telefonzelle gewartet, und fünf Minuten später hat es halt noch einmal geläutet, weil wenn wer nicht erreichbar war, probiert man es ein zweites Mal. Es war einfach nicht normal, dass beim Anruf sofort jemand den Hörer in der Hand hat, redet und dann natürlich auch die nächste Bezugsperson schon da ist. Die Dinge haben einfach noch Zeit gehabt, und ich habe nicht das Gefühl gehabt damals, dass deswegen irgendetwas versäumt worden wäre. Weil die Benachrichtigungen waren eben die Glocke im Dorf oder die Sirene bei der Feuerwehr oder die Kirchenglocken, dass man gewusst hat, wann Mittag ist.“

Infozettel an der Telefonzelleninnenwand. Foto MiaZ, Februar 2022
Seit 2016 ist die Hummersdorfer Telefonzelle ein Museumsobjekt. Foto MiaZ, Februar 2022


Text: Beatrix Vreča
Quelle: Mündliche Mitteilung von Andreas Puntigam

 

„Kultur aufs Land bringen“ – Mehrzweckhallen und Kulturhäuser

„Begegnungshalle“ Gosdorf: eine Mehrzweckhalle 2.0 mit „Festplatz im Grünen“, an Stelle eines 1980 eröffneten Veranstaltungszentrums errichtet, Foto: Walter Feldbacher, Februar 2022
Mehrzweckhaus Hainsdorf – Brunnsee, Foto: Walter Feldbacher 2022/02
Mehrzweckhalle in Ratschendorf, auch „Teichalle“ genannt, erbaut 1977-80. Bei dieser Halle wurde auch ein Bauhof für die gemeindeeigen Geräte und Maschinen sowie darüber Wohnungen errichtet. Quelle: H. Kranzelbinder/G. Prutsch/F.J. Schober, in: Ratschendorf- Vom Werden eines Dorfes, Foto: Walter Feldbacher, Februar 2022
„DASS ALLE EINS SEIEN“: Kulturhaus in Oberrakitsch, erbaut 1979, Foto: Walter Feldbacher, Februar 2022

Gleich vorweg: Eine rege Kultur- und Vereinstätigkeit zeigt sich in den Dörfern unserer Region bereits weit bevor Mehrzweckhallen und Kulturhäuser ab etwa Mitte der 1970er Jahre ins Ortsbild treten. Das bezeugen zahlreiche Meldungen in lokalen historischen Blättern, besonders in den 1920/30er Jahren und auch früher, deutlich.

Mit großem Aufwand und Liebe zum dekorativen Detail wurden von örtlichen Sängerrunden Liedertafeln  und Straßensingen, Theateraufführungen und sog. „Kränzchen und bunte Abende“ veranstaltet. Als Veranstaltungsorte dienten vor allem die lokalen Wirtshäuser, hier wurden sämtliche Vereinssitzungen, aber auch Bälle und Festveranstaltungen abgehalten.
In der warmen Jahreszeit waren Garten- und Waldfeste z.B. der Freiwilligen Feuerwehren oder Musikkapellen sehr beliebt. Ein eigenes Sängerheim leisteten sich bereits Mitte der 1930er die Sangesfreunde aus Siebing im Saßtal.

Dem Kultur- und Vereinsleben in ländlichen Gegenden Raum zu geben, ist ab den 1970er Jahren auch verstärkt politischer Wille: Neue Vereinslokale und Veranstaltungszentren sollen einerseits das Gemeinschaftsgefühl in der Bevölkerung stärken und ihr kulturelles Engagement wertschätzen, anderseits aber auch die räumliche Möglichkeit schaffen,  auch das Wirken von überregional bedeutenden Kulturschaffenden in Form von Vorträgen, Konzerten oder Lesungen vor Ort im unmittelbaren Lebensumfeld konsumieren zu können.

Raumgreifend und meist ebenerdig wurden diese Zweckbauten fast immer mit immenser Beteiligung und Eigenleistung der örtlichen Bevölkerung bzw. Vereine erbaut. Das Kulturhaus wurde dann feierlich mit einer Festmesse und einem Frühschoppen seiner Bestimmung übergeben, zweifellos immer auch ein Prestigeprojekt der jeweiligen Bürgermeister und Gemeindevertreter.

Ein neues Zentrum außerhalb des Zentrums: Um für größere Veranstaltungen, insbesondere auch für zahlreiche Besucher von auswärts, gerüstet zu sein, verfügen diese meist außerhalb der historischen Ortskerne gelegenen „Festhallen“ in der Regel über genügend Parkplätze. Mit Schank-, Küchen- und Sanitäranlagen vorschriftsgemäß ausgestattet, wurden Vereinsveranstaltungen so auch unabhängig vom Willen und den Raum -und Bewirtungskapazitäten der örtlichen Gasthäuser. Mancherorts hat diese Entwicklung gar schon zu Missstimmungen geführt.

Für die tatsächliche Auslastung dieser „Kulturräume“ sind aber nach wie vor nicht nur die räumlichen und baulichen Voraussetzungen entscheidend, sondern in erster Linie der ehrenamtliche Einsatz der Vereine und ihrer Protagonist/innen. Beispielhaft werden hier die Freiwilligen Feuerwehren, die Ortsverbände des Österreichischen Kameradschaftsbundes, die Sport-, Kultur- und Musikvereine, Motorsportvereine, die Jägerschaft oder Ortsverschönerungsvereine erwähnt.

Text: Walter Feldbacher

Die Gemeinschaftswaschanlage in Jörgen

Gemeinschaftswaschanlage Jörgen, Juni 2020. Foto Walter Feldbacher
Monika Pfeiler begleitete als Kind manchmal ihre Mutter zum Wäschewaschen, Februar 2022. Foto MiaZ
Die Gemeinschaftswaschanlage wird 1981 zum Kulturhaus umgebaut. Foto Privat
Die ehemalige Gemeinschaftswaschanlage war 1983 bereit als Jörgener Kulturhaus Treffpunkt. Foto Privat

Gemeinschaftswaschanlagen findet man in unserer Gegend sehr selten. Umso erfreulicher ist es, dass es in Jörgen ein wunderschönes Exemplar gibt. Interessant ist vor allem, dass das Häuschen während des 2. Weltkriegs als sogenanntes Behelfsheim errichtet wurde. Solche Unterkünfte standen in vielen Orten geflüchteten Menschen und jenen, deren Haus oder Wohnung zerstört wurde, zur Verfügung. 

In den 1950er Jahren wurde das Gebäude zur Gemeinschaftswaschanlage umgebaut. Im ersten Raum befanden sich die Waschmaschine und eine Wäscheschleuder. Im zweiten konnte der Holzofen geheizt werden, um die Wäsche bei Schlechtwetter oder im Winter trocknen zu können. Sonst wurde die Wäsche auf einer Leine, die zwischen zwei Bäumen auf der Wiese vor dem Waschhaus befestigt wurde, getrocknet. Das Haus war auch mit einem Bügeleisen ausgestattet. 

Frau Elfriede Edelsbrunner war die letzte Jörgenerin, die das Gemeinschaftswaschhaus benutzte. Sie kann sich gut an ihre Waschtage erinnern: „ Alle 14 Tage bis drei Wochen wurde die Wäsche gewaschen. Es gab immer eine Person unter den Frauen, die sich um die Einteilung kümmerte. Schon am Vorabend bin ich in das Waschhaus gegangen und habe die weiße Wäsche über Nacht eingeweicht. In der Früh habe ich sie dann gewaschen und danach die Lauge für das Werktagsgewand aufgefangen, das als nächstes gewaschen wurde. Bis es trocken war und ich es gebügelt habe war ein Tag vergangen. Dann bin ich mit der fertigen Wäsche nach Hause gegangen. Ich kann mich noch erinnern, dass auch Frauen aus Laasen gekommen sind, die hier ihre Wäsche gewaschen haben, die haben mit dem Leiterwagerl ihre Sachen transportiert.“

Es ist beeindruckend, wie bedacht mit Ressourcen damals umgegangen wurde. 

Mitte der 1970er Jahre war es auch bei Familie Edelsbrunner soweit: eine Waschmaschine wurde angeschafft, das Wäschewaschen in der Gemeinschaftswaschanlage war Geschichte. 

Anfang der 1980er Jahre wurde das Haus zu einem sozialen Treffpunkt. Es wurde von der Dorfbevölkerung für Feiern und Treffen benutzt. Vor allem die Eisschützen und Fußballer trafen sich nach ihren sportlichen Aktivitäten auf eine Jause. Das Waschhaus wurde 1982 zum „Jörgener Kulturhaus“ umgebaut. Die Wand zwischen den beiden Räumen wurde abgebrochen, so entstand ein großzügiger Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. 

Heute wird das Haus eher selten genutzt, allerdings ist aufgrund des guten Zustandes des Gebäudes sichtbar, dass der Jörgener Dorfbevölkerung ihr altes Gemeinschaftswaschhaus am Herzen liegt. 

 

Text: Beatrix Vreca

Quelle: Mündliche Mitteilung von Frau Elfriede Edelsbrunner



Milchsammelstellen. Hotspots am frühen Morgen

Fotos: Milchsammelstelle der Grenzlandmolkerei Mureck in Siebing (heute Marktgemeinde St. Veit in der Südsteiermark), Fotograf: Michael Leitgeb, 11.8.2020

Fast die Hälfte aller steirischen Landwirtschaften bewirtschafteten nach 1945 weniger als 5 ha Nutzfläche, so waren auch die von den bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben unserer Region produzierten Milchmengen in den folgenden Jahrzehnten noch viel zu gering, um eine Direktabholung der Milch von jedem Hof durch einen Milchtransporter zu gewährleisten. Daher wurden in vielen Dörfern Übernahmestellen der Molkerei- und Milchgenossenschaften eingerichtet. Anfangs hat man mancherorts die Milch bei einem größeren Bauern im Dorf „zusammengetragen“ und entrahmt. Die Milch wurde dann von der Molkerei abgeholt. Später wurden in den meisten Ortschaften einfache Häuschen – oft auch nur hölzerne überdachte Rampen – mit straßenseitiger Plattform errichtet. Diese ermöglichten es, die Milchkannen witterungsgeschützt abzustellen bzw. die Milch für den Weitertransport umzufüllen. Das „Milch tragen“ – wie es bis in die frühen 1990er hier praktiziert wurde – war für viele auch eine willkommene Gelegenheit zum allmorgendlichen Austausch von lokalen und überregionalen Neuigkeiten.

Heute finden wir nur mehr vereinzelt ehemalige Milchsammelstellen als bauliche Zeugnisse für die in unserer Gegend kaum mehr betriebene Milchviehwirtschaft.

1966 lieferten noch 18 steirische Molkereigenossenschaften mit über 59.000 Mitgliedern den Großteil der Milchprodukte in unserem Bundesland. Die Molkereigenossenschaften sollten, wie auch andere landwirtschaftlichen Genossenschaften, das drohende „Bauernsterben“ verhindern: Alle Landwirte, unabhängig von ihrer Wohnlage und ihrer Verkehrsanbindung, sollten gleiche Produktionsbedingungen vorfinden.

Die Molkereigenossenschaft „Steirisches Grenzland“ mit Sitz in Mureck wurde am 15. Jänner 1928 im Gasthaus Oberer bei großer Beteiligung von Bauern und Interessenten aus der Region gegründet. Noch im selben Jahr konnte mit dem Bau des Molkereigebäudes in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof begonnen werden.

Lag in den ersten Jahrzehnten der Schwerpunkt noch auf der Buttererzeugung, so verlagerte sich die Produktion in den 1960er- und 1970er-Jahren verstärkt auf die Käserei. Anfang der 1990er-Jahre feierte die Käserei Mureck unter Produktionsleiter und Qualitätsbeauftragten Josef Bund bei internationalen Prämierungen große Erfolge, vor allem der „St. Patron“ wurde zum Aushängeschild für die gesamte Produktpalette. 1991 wurde die Molkereigenossenschaft Leibnitz/Mureck mit der Molkereigenossenschaft Stainz fusioniert. In Mureck konnte der Käsereibetrieb noch bis 1999 aufrechterhalten werden.

Text: Walter Feldbacher

Tiefkühlgemeinschaft Klöch

Reinhard Dopona vor der Gemeinschaftskühlanlage in Klöch, Jänner 2022. Foto MiaZ

Kurzinfo:

Gemeinschaftskühlhaus, erbaut 1958
Obmann: August Engel; Obmann Stellvertreter: Hermann Domittner; Kassier: Franz Heinrich (bei der Gründung)
Das Gebäude hat eine Fläche von 40,40 m² und eine Höhe von 3,30 m

In Klöch existiert tatsächlich noch das Gemeinschaftskühlhaus der ehemaligen Tiefkühlgemeinschaft Klöch. Es liegt auf einer Anhöhe unweit des Ortskerns und ist bis heute mit der originalen Einrichtung ausgestattet, aber nicht mehr in Betrieb. Sogar der „Gemeinschaftsmantel“ (es handelt sich wohl nicht um das Exemplar aus den 1950er Jahren und ist auch nicht wie in den Quellen erwähnt aus Pelz, sondern aus Wolle) ist noch im Eingangsbereich zu finden. Vor fünf Jahren hat das Gebäude das ehemalige Mitglied der örtlichen Tiefkühlgemeinschaft Reinhard Dopona erworben und möchte die Einrichtung in den nächsten Jahren einer neuen Nutzung zuführen.

Werfen wir nun einen Blick zurück zu den Anfängen: Mit 1. August 1957 wurde der Bau einer Gemeinschaftskühlanlage in Kaltraumform für die Tiefkühlgemeinschaft Klöch genehmigt. Dem Bau lag ein Plan der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft zugrunde. Die Parzelle, auf der das Gebäude errichtet wurde, hatte die Gemeinschaft zuvor von Alois Frühwirth erworben. Für die Realisierung des Bauprojektes musste ein ERP Darlehen bei der Genossenschaftlichen Zentralbank Aktiengesellschaft Wien aufgenommen werden. Diese Darlehen wurden für Investitionen in die Landwirtschaft vergeben. Die Gesamtkosten betrugen 166.000,- Schilling. Für die Anlage waren ein Arbeitsraum, ein Maschinenraum, ein Vorkühlraum sowie ein Kaltraum vorgesehen. Die vorgegebenen Temperaturen betrugen für den Vorkühlraum +2°C bis +4°C, für die Frostzellen -23°C bis -25°C und für den Tiefkühlraum -18°C. Die Kühlanlage war mit 36 Fächern ausgestattet. Das Los entschied, wer welches Fach nutzen durfte, es gab ganze und halbe Fächer. Alle Fächer waren sofort vergeben. Um sich besser vor der Kälte zu schützen, wurde außerdem ein Gemeinschaftsmantel aus Pelz angeschafft, der im Eingangsbereich für die Mitglieder zur Verfügung stand. Mit der technischen Ausstattung wurde die Grazer Firma Rothschädl beauftragt. Die Wasserversorgung war durch die nahegelegenen Wasserbezugsbehälter der Waschgemeinschaft Klöch gewährleistet. 

Text: Beatrix Vreča
Quellen: Schriftliche Unterlagen der Tiefkühlgemeinschaft Klöch; mündliche Mitteilung von Reinhard Dopona

Reinhard Dopona im Arbeitsraum des alten Klöcher Kühlhauses, Jänner 2022. Foto MiaZ
Kühlfach von Familie Ulrich, Jänner 2022. Foto MiaZ
Detail aus dem Maschinenraum, Jänner 2022. Foto MiaZ
Der Vorkühlraum in der Gemeinschaftskühlanlage, Jänner 2022. Foto MiaZ
Plan zur Errichtung einer Gemeinschaftskühlanlage in Kaltraumform für Klöch Bez. Radkersburg. Ausschnitt, Juli 1957
Elektroschaltkasten im Kühlraum, Jänner 2022. Foto MiaZ

 

Schild der Firma Franz Rothschädl an der Eingangstür zum Vorkühlraum, Jänner 2022. Foto MiaZ

 

 

Tiefkühlgemeinschaft Weinburg

Heißer Ofen vor der Tiefkühlanlage, Weinburg am Saßbach, 1959. Sammlung Walter Feldbacher
Heißer Ofen vor der Tiefkühlanlage, Weinburg am Saßbach, 1959. Sammlung Walter Feldbacher
Ehemaliges Kühlhaus mit Plakatwand, Weinburg am Saßbach, 1998. Sammlung Walter Feldbacher
Ehemaliges Kühlhaus mit Plakatwand, Weinburg am Saßbach, 1998. Sammlung Walter Feldbacher
Ehemaliges Kühlhaus (rechts) mit Zubau, Weinburg am Saßbach, 1998. Sammlung Walter Feldbacher
Ehemaliges Kühlhaus (rechts) mit Zubau, Weinburg am Saßbach, 1998. Sammlung Walter Feldbacher

Kurzinfo:
Gemeinschaftskühlhaus 1958 erbaut.
Zubau zum „Gasthaus Ulz“ 1958, letzter Obmann: Alois Moder, vlg. Müllerweber.
Der Kühlhausschlüssel wurde bei vlg. „Biaberl“ bzw vlg. „Schaffer“ verwahrt, zuletzt beim vlg. „Müllerweber“. Den Fachschlüssel hatte jeder selbst.

„Als in der näheren Umgebung Tiefkühlanlagen errichtet wurden und deren Vorzüge der Dorfbevölkerung bekannt wurden, entschloss man sich auch hier, eine derartige Anlage auf gemeinschaftlicher Grundlage zu bauen. Das Interesse war anfangs sehr groß und Gemeindebewohner meldeten sich zahlreich zum Beitritt der Gemeinschaft. Leider bildeten sich innerhalb der Vereinigung zwei Gruppen mit gegensätzlichen Ansichten hinsichtlich der technischen Ausführung (Warmanlage oder Kaltanlage). Nachdem sich aber die stärkere Gruppe mit der Errichtung einer Kaltanlage durchgesetzt hatte, schied die andere Gruppe aus. Daher betrug der Mitgliederstand zu Baubeginn nur 35 (teilweise Halbfächer erwünscht). Waren ursprünglich noch 50 Kühlfächer geplant, konnte man nun mit 30 Fächern das Auslangen finden, jedes Fach mit 240 Litern Rauminhalt.

Der Baugrund wurde vom Kaufmann Karl Ulz auf 99 Jahre für einen einmaligen Pachtzins verpachtet. Zudem gestattete er, das Kühlhaus an seine bestehenden Wirtschaftsgebäude anzubauen.

Planung, Aufsicht und Überprüfung lag in den Händen der Kammer für Land- und Forstwirtschaft. Das Gebäude im Ausmaß von 580 mal 432 cm wurde von der hiesigen Baufirma Rossmann-Baier gebaut. Jedoch arbeiteten am Bau mehrheitlich Gemeinschaftsmitglieder, die dafür entlohnt wurden.

Der Baubeginn erfolgte im Februar 1958. Für die technische Einrichtung wurde die Firma Linde beauftragt, dies sich gegen die Mitbewerber Frigidaire, Südmark und Jäger durchsetzen konnte. Die Elektroarbeiten führte die Firma Loidl aus Mureck durch. Der ortsansässige Tischlermeister Rupert Lubi lieferte die Fächer und baute diese in den Tiefkühlraum ein. Im August 1958 wurde die Tiefkühlanlage ihrer Bestimmung übergeben, die Gesamtkosten betrugen rund 150.000 Schilling.

Bereits nach kürzester Zeit der Inbetriebnahme wollten mehrere Haushalte, die bisher Abseits standen, in den Besitz eines Faches gelangen.“

(Ortskundliche Stoffsammlung, Sammlung Walter Feldbacher)

Das Kühlhaus wurde bereits vor etwa 20 Jahren abgerissen, zuvor die Tiefkühlgemeinschaft aufgelöst!

 

Auf Wiederhören in Radkersburg! Eine Telefongeschichte aus dem Unteren Murtal und dem Grabenland.

Telefonzelle im MiaZ, Foto Schleich, Bad Radkersburg
Telefonzelle im MiaZ, Foto Schleich, Bad Radkersburg

Das Projekt war eine Kooperation mit dem Museum für Geschichte/Universalmuseum Joanneum. Im Innenhof des Museums waren zwei Videointerviews in der „Hummersdorfer Telefonzelle“, acht spontane Toninterviews sowie eine Karte des alten Bezirks Radkersburg mit den Markierungen der noch existierenden Telefonzellen zu sehen.

Für den Artikel von Dr. Alexandra Kofler, erschienen in der Kleinen Zeitung am 10. Oktober 2021, klicken Sie bitte hier.

Gestaltung: Walter Feldbacher, Walter Schaidinger und Beatrix Vreča

 

Steiermark Privat

Ihre Filme schreiben Geschichte


Das Filmarchiv Austria und das Museum für Geschichte des Universalmuseums Joanneum suchten nach privaten Filmaufnahmen von Amateurfilmerinnen und Amateurfilmern aus der Steiermark. Das Projekt, das eine Initiative vom Museum für Geschichte (UMJ), vom Filmarchiv Austria und vom Land Steiermark, in Kooperation mit steirischen Regionalmuseen und Gemeindearchiven war, ist seit März 2021 beendet.

Das Museum im alten Zeughaus nahm an diesem Projekt teil.

Projektwebseite: www.steiermark-privat.at

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